Zusammenarbeit
des Vereins für Jugendfürsorge mit der evangelischen Kirche
Sigrid Hornung
Seit im Jahre 1967 eine Kapelle auf dem Gelände der Leppermühle errichtet wurde, findet auch eine kirchliche bzw. seelsorgerliche Begleitung der MitarbeiterInnen und der BewohnerInnen statt. In den ersten Jahren gab es noch keine direkte Pfarrstelle für die Leppermühle, sondern eine stundenweise Betreuung durch Pfarrer und Pfarrerinnen, die in Großen-Buseck oder in anderen umliegenden Gemeinden ansässig waren.

Mit Pfarrer Klaus Weißgerber wurde am 1. Juni 1987 eine ½ Pfarrvikarstelle errichtet und besetzt und an die Evangelische Kirchengemeinde Großen-Buseck angegliedert. Die Arbeit eines Pfarrers, einer Pfarrerin in der Leppermühle ist nicht immer vergleichbar mit den Tätigkeiten innerhalb einer Dorfgemeinde. Selbstverständlich gehören Religionsunterricht in der Martin-Luther-Schule, regelmäßige Gottesdienste, Gespräche im Rahmen der Seelsorge mit den Jugendlichen und den MitarbeiterInnen, die sich durch Kontakte zu den Wohngruppen und Arbeitsbereichen ergeben zum „normalen“ Tätigkeitsbereich des Pfarrers, der Pfarrerin. Durch Pfarrer Weißgerber wurde ein wöchentlicher Jugendtreff ins Leben gerufen, der sich bis heute größter Beliebtheit erfreut und 1993 eine Band – die Lazy Bones – gegründet. Auftritte der Band bei Festivitäten in der Leppermühle, in Großen-Buseck und innerhalb des Dekanates Kirchberg sind selbstverständlich geworden. Großen Anklang findet die seit Jahren stattfindende Wochenendfreizeit für die Jugendlichen.
Nach
elf Jahren verließ Pfarrer Weißgerber zum 1. Mai 1998 die Leppermühle. Nach
einigen Monaten Vakanz, übernahm ich, Sigrid Hornung, am 1. April 1999 die ½
Pfarrvikarstelle. Schon während meiner Zeit als Pfarrerin in Alten-Buseck/Trohe
hatte ich immer wieder Kontakt zur Leppermühle, außerdem hatte ich Erfahrung
kirchliche Arbeit in und mit Institutionen umzusetzen.
Da ich während meiner 11-jährigen Gemeindetätigkeit schon immer die Öffentlichkeitsarbeit für wichtig gehalten habe, kam mir die Idee, mit Jugendlichen zusammen eine Zeitung für die Leppermühle herauszugeben. Mit der tatkräftigen Unterstützung der Bürogruppe, gelingt es dem Redaktionsteam vier Mal im Jahre die „Lepper News“ erscheinen zu lassen. Regelmäßige Filmabende für Jugendliche, abwechselnd in der Leppermühle und den Dörfern der Großgemeinde Buseck in Zusammenarbeit mit dem Jugendpfleger sollen die noch immer bestehenden Hemmschwellen zwischen der Bevölkerung und der Leppermühle abbauen helfen. Die Filmabende geben mir auch die Möglichkeit mit den Jugendlichen der Außenwohngruppen noch mehr in Kontakt zu treten. Dankenswerter Weise ermöglicht mir eine größere Geldspende demnächst eine Bibliothek für die Jugendlichen einzurichten. Interessierte Jugendliche werden mit der Betreuung dieser Bibliothek betraut werden.
Der Klockenturm der Kapelle
Bei
allen Aktivitäten, die im Rahmen meiner Tätigkeit stattfinden, gibt es immer
wieder Gespräche über Gott, Religion und den Glauben, wobei die unterschiedlichsten
Erfahrungen und Glaubensinhalte, aber auch kritische Anfragen und Erwartungen
an die Kirche und den Glauben geäußert werden. In der ernst nehmenden Auseinandersetzung
mit den Erfahrungen, Glaubensinhalten und Anfragen der Jugendlichen wie auch
der MitarbeiterInnen, liegt der Schwerpunkt der Seelsorge innerhalb einer solchen
Einrichtung. Gerade für die Jugendlichen ist es wichtig sich als geliebtes und
wertvolles Geschöpf Gottes zu erkennen und im seelsorgerlichen Mitgehen den
Nähe stiftenden und begleitenden Gott zu erfahren.