Gießener Allgemeine Zeitung vom 12.05.2005:
Landkreis Gießen
»Leppermühle« eröffnet Außenstelle für psychisch
gestörte Kinder
Laubach »Wir haben anfangs noch auf einer Baustelle gelebt«,
erzählt einer der Mitarbeiter des Vereins für Jugendfürsorge
und Jugendpflege über seine Anfänge auf dem »Georgenhammer«
zwischen Wetterfeld und Lauter. Heute, ungefähr zwei Jahre später,
steht die neue »Außenstelle« der Leppermühle, in der
mittlerweile 20 Kinder mit schweren psychischen Störungen leben, prächtig
da und bietet hervorragende intensivtherapeutische Voraussetzungen. Die offizielle
Einweihung der ehemaligen Hammermühle wurde gestern Vormittag freudig gefeiert.
Dr. Matthias Martin, der Vorsitzende des Trägervereins, gab zunächst
einen historischen Abriss der neuen »Zweigstelle«, die um 1750 als
Hammermühle erbaut und um 1800 im Besitz der Familie Buderus gewesen sein
soll. Die Vorbesitzerin betrieb dort bis zu ihrem Tod einen Reiterhof. 2001
erwarb die »Leppermühle« das Anwesen, um dort ein intensivpädagogisches
Betreuungs- und Therapiekonzept für Kinder und Jugendliche umzusetzen.
Nach mühevollen Renovierungsarbeiten und einem Anbau können jetzt
Kinder und Jugendliche mit schweren psychischen Störungen, wie Autismus,
kindlichen Psychosen, neurotischen Störungen oder teilweise auch mit multiplen
Störungsbildern aufgenommen werden, die in Regelgruppen von Jugendhilfeeinrichtungen
nicht ausreichend betreut werden können. Meistens kommen die Bewohner direkt
aus einer stationären Behandlung in einer psychatrischen Klinik. Ziel der
Maßnahmen ist es, sie zu befähigen, nach ungefähr einem Jahr
in ein Regelwohnheim der Leppermühle zu wechseln.