Die Psychotherapie ist in der Leppermühle ein Baustein des gesamten Betreuungs- und Behandlungskonzeptes für jeden Bewohner. Die Indikationsstellung und Durchführung wird durch den ärztlich-psychologischen Dienst gewährleistet. Hier arbeiten z. Zt. 5 Ärzte und 15 Psychologen selbstverantwortlich mit den Bewohnern ihres Zuständigkeitsbereichs. Es besteht eine enge Zusammenarbeit, regelmäßige Teamsitzungen, nahezu täglicher Austausch sowie fallbezogene Supervision zwischen den verantwortlichen therapeutischen und pädagogischen Mitarbeitern einer Wohneinheit. Von den Jugendlichen wird die Bereitschaft zur Teilnahme an der Psychotherapie erwartet.

Aufgabenbereiche der ärztlich-psychologischen Betreuung sind:

  • Psychologische Diagnostik der Behandlung
  • Durchführung der Psychotherapie
  • Pharmakotherapie und Überwachung von Wirkung und Nebenwirkung
  • psychiatrischer Bereitschaftsdienst
  • Koordination der multidisziplinären Zusammenarbeit zur Planung der Behandlung
  • Regelmäßige Schul-/ Rehabesprechungen
  • Informationsaustausch und Beratung im Rahmen der Angehörigenarbeit
  • Aktuelle ärztliche und psychologische Stellungnahmen zu unterschiedlichen Fragestellungen (z.B. Reha-Arbeitsmaßnahmen, weiterführende Unterbringung, etc.)
  • Zusammenarbeit mit den Jugendämtern
  • Krisenintervention
  • ggf. enge Zusammenarbeit mit psychiatrischen Kliniken im Falle einer krisenhaften Verschlechterung und notwendigem stationären Aufenthalt.

Konzept
Bei der Auswahl der verschiedenen Behandlungsmaßnahmen wird individuell und differenziert die zugrunde liegende Symptomatik und die besondere Situation der zu behandelnden Jugendlichen berücksichtigt. Je nach Diagnose stehen bei der konkreten Planung der Therapie weitere Faktoren im Vordergrund der Betrachtung, die sich ggf. im Verlauf verändern können:

  • Art und Schweregrad der Erkrankung
  • Krankheitseinsicht, Distanz zum Krankheitsgeschehen
  • Intelligenz und verfügbare kognitive Möglichkeiten
  • Ausgeprägte Persönlichkeitszüge und Interessen
  • Psychosozialer Entwicklungsstand

 

Zunächst wird in der Regel eine auf die Diagnose und Behandlungsmöglichkeiten bezogene Aufklärung angeboten. Die damit verbundenen persönlichen Veränderungen und die sich daraus ergebenden Zielsetzungen werden erarbeitet.

Entsprechend den Möglichkeiten kommen spezielle therapeutische Interventionen zum Einsatz. Im Rahmen des weiteren prozessorientierten Vorgehens werden anerkannte störungsspezifische kinder- und jugendpsychotherapeutische Behandlungsverfahren eingesetzt (u. a. verhaltenstherapeutische Interventionen und Übungen, kognitive Verfahren, Entspannungstraining, etc.).

Ziele
Das zentrale Anliegen der psychotherapeutischen Maßnahmen ist die Verbesserung und Stabilisierung des Gesundheitszustandes der jungen Menschen. Eine grundlegende Zielsetzung ist die Unterstützung bzw. Ermöglichung einer persönlich sinnvollen und zufriedenstellenden Lebensführung mit einer den Fähigkeiten angepassten beruflichen Perspektive. Die Psychotherapie ist geprägt von einer ressourcenorientierten Sichtweise. Dies soll es den Jugendlichen ermöglichen, eine realistische Selbstwahrnehmung und Einschätzung ihrer Erkrankung zu entwickeln, die für ihre weitere Entwicklung und den weiteren Erkrankungs-/Heilungsverlauf günstig ist. Dazu gehören z. B. der Aufbau bzw. die Steigerung:

  • einer situationsangemessenen Selbstwirksamkeitserwartung (z. B. Ich kann etwas erreichen, schaffen)
  • von Selbstwahrnehmung und Selbstkontrolle
  • des Einfühlungsvermögens
  • eines stabilen Selbstbildes
  • positiver Selbstinstruktionen
  • der Frustrationstoleranz
  • der Impulskontrolle
  • von sozialen Kompetenzen.