Internes Arbeitstraining

Die in der Leppermühle betreuten jungen Menschen sind häufig noch nicht unmittelbar ausbildungs- bzw. berufsreif, wenn sie den Schulbesuch abgeschlossen haben. Auch die von der Agentur für Arbeit vermittelten berufsvorbereitenden Maßnahmen stellen dann meist noch eine Überforderung für ihre Leistungsfähigkeit und soziale Kompetenz dar. Für diesen Personenkreis wurden daher heiminterne Möglichkeiten eines elementaren Arbeitstrainings entwickelt.

Die übergeordnete Zielsetzung dieser rehabilitativen Förderung besteht in der angemessenen Vorbereitung der Teilnehmer auf ihren ersten Schritt ins Arbeits- und Berufsleben außerhalb der Leppermühle. Je nach individuellen Voraussetzungen können dies ganz unterschiedliche Tätigkeiten sein:

  • Betriebspraktikum
  • Berufsvorbereitende Bildungsmaßnahme (z.B. Förderlehrgang, Qualifzierung im WfbM-Berufsbildungsbereich)
  • Berufsausbildung (betrieblich, im Berufsbildungswerk, mit Unterstützung, etc.)

Wegen der bestehenden Unterschiede in der jeweils aktuellen Leistungsfähigkeit der Teilnehmer sowie der Vielfalt ihrer beruflichen Neigungen ist das interne Arbeitstraining in drei Stufen - mit (tendenziell) unterschiedlichen Anforderungsniveaus und Zielsetzungen - sowie in verschiedene Berufsfelder gegliedert (vgl. Tabelle rechts).

Die Förderung erfolgt in kleinen Arbeitsgruppen (meist sechs Plätze), die von Handwerksmeistern oder Ergotherapeuten angeleitet werden. Das grundlegende Prinzip des internen Arbeitstrainings besteht in der Anpassung der Anforderungen an das jeweils aktuelle Leistungsniveau der Teilnehmer. Dies bezieht sich auf verschiedene Aspekte der Arbeit:

  • Umfang der täglichen Trainingszeit
  • Art der Aufträge
  • Ausmaß der Unterstützung bei Planung und Ausführung der Arbeiten.

Es werden dabei primär Verhaltensweisen eingeübt und Kompetenzen vermittelt, die in den anschließenden externen Fördermaßnahmen vorausgesetzt werden:

 

 

Arbeitstrainingszentrum im Gewerbegebiet Fischbach/Buseck
  • Einhaltung der Trainingszeiten und der am jeweiligen Trainingsplatz bestehenden Regeln
  • Durchhaltevermögen (möglichst über einen Acht-Stunden-Tag)
  • Angemessenes Verhalten gegenüber Mitarbeitern und Vorgesetzten
  • Eine gewisse Arbeitsintensität und Produktivität.

Darüber hinaus sollen individuelle Interessen und Begabungen für spezifische berufliche Tätigkeiten gefördert werden.

Die Integration des internen Arbeitstrainings in die übergreifende Hilfeplanung wird gewährleistet durch regelmäßigen Informationsaustausch und
Besprechungen der Arbeitsbereichsleiter mit den zuständigen Pädagogen und Therapeuten über Entwicklungen und Probleme im Arbeitsverhalten der Teilnehmer.

Die Gestaltung des gesamten internen Arbeitstrainings erfolgt in Kooperation mit der Arbeitsagentur Gießen. Die Agentur bietet Beratungsgespräche auf der Basis psychologischer und medizinischer Eignungsuntersuchungen sowie die Vermittlung und Finanzierung externer Fördermaßnahmen an, sobald die Voraussetzungen dafür durch das interne Arbeitstraining erreicht worden sind.

Die 12 Arbeitstrainingsbereiche im Überblick

Impressionen