Georgenhammer

 

Das Hofgut „Georgenhammer“ liegt etwa vier Kilometer südlich von der hessischen Kleinstadt Grünberg entfernt zwischen den Dörfern Lauter und Wetterfeld. Auf dem Hofgut gibt es vier Intensivwohngruppen mit jeweils fünf Plätzen für Bewohner mit multiplen psychischen Störungen. Zwei dieser Intensivwohngruppen sind für Kinder ab neun und zwei für Jugendliche ab vierzehn Jahren vorgesehen.

 

Queckborn

Die Hofreite „Queckborn“ befinden sich mitten im Dorf Queckborn in ländlicher Umgebung, etwa 10 km entfernt vom Kerngelände der Leppermühle. Angeboten werden zwei Gruppen mit sechs bzw. acht Intensivbetreuungsplätzen für Kinder und Jugendliche. Zusätzlich befindet sich auf dem Areal ein separates Verselbständigungsappartement für drei weitere Jugendliche oder junge Erwachsenen.

 

 

 

 

Das Hofgut Georgenhammer und die Hofreite Queckborn sind ca. 5 km voneinander entfernt. Die beiden Betreuungsbereiche werden als therapeutische Einheit gesehen und geführt. Das bedeutet, dass die Kinder und Jugendlichen beider Standorte auch die vorgehaltenen therapeutischen und sportpädagogischen Angebote beider Standorte nutzen können.
Alle Intensivgruppenbewohner haben darüber hinaus die Möglichkeit, die heimeigene Kleinstschule auf dem Georgenhammer zu besuchen.

Die Kinder und Jugendlichen der Intensivbetreuungsgruppen wohnen in Einzelzimmern. Neben diesen Einzelzimmern stehen jeder Gruppe Wohnzimmer, Esszimmer, Küche, WC und Bäder sowie Außengelände mit Garten und Spielgeräten zur Verfügung. Mindestens fünf pädagogische MitarbeiterInnen pro Gruppe kümmern sich um die Betreuung der Bewohner. Das Mittagessen wird werktags von den kleinen Zentralküchen der beiden Standorte hergestellt. Am Wochenende erfolgt hingegen Selbstversorgung in den Wohngruppen.

Zielgruppe
Die Intensivbetreuungsgruppen sind konzipiert für Kinder und Jugendliche mit multiplen psychischen Störungen, die mit den Anforderungen in einer Regelgruppe (noch) überfordert sind.
Zu den gängigen Störungsbildern zählen emotionale Störungen, autistische Störungen, Entwicklungsstörungen, Teilleistungsstörungen, Schulverweigerung, Tourette-Syndrom und Psychosen. Auch Kinder oder Jugendliche mit ausgeprägten Beziehungsproblemen oder im Einzelfall mit hyperkinetischen Störungen können aufgenommen werden.
Voraussetzung für eine Aufnahme ist eine intellektuelle Begabung mindestens im Bereich der Lernbehinderung.

Konzept
Wesentliche Merkmale des Leistungsangebotes sind eine hohe pädagogische und therapeutische Betreuungsdichte und ein hochstrukturierter Tagesablauf. So kümmert sich ein multiprofessionelles Team aus Pädagogen, Psychologen, Kinder- und Jugendpsychiatern und Reit- und Ergotherapeuten um die jungen Bewohner. Die kleine Spezialschule für kranke Schüler direkt in dem Projekt soll den besonderen Anforderungen der Zielgruppe Rechnung tragen.
Tagesstrukturierende Maßnahmen, wie Schwimmbadbesuche, Sport- und Spielstunden oder auch begleitete Stadtgänge runden das Betreuungsangebot ab.

Mit der Betreuung soll ein Höchstmaß an Selbständigkeit bei den jungen Menschen erreicht werden. Dazu gehört ein Schulabschluss oder die Vorbereitung einer berufsorientierenden Maßnahme ebenso, wie die Fähigkeit, sich in sozialen Strukturen weitgehend selbstständig zurechtzufinden. Die Kinder und Jugendlichen werden schrittweise an die individuellen Ziele herangeführt. Über- oder Unterforderung soll vermieden werden.

Die Bewohner fahren normalerweise mindestens einmal im Monat nach Hause. Ebenso verbringen sie einen Teil der Ferien zu Hause. An Wochenenden finden
nach Möglichkeit spezielle Aktivitäten statt (Kinobesuche, Erlebnisbad, Ausflüge). Eine mehrtägige Gruppenfreizeit wird in den Sommerferien angeboten.

Kleinstschule auf dem Georgenhammer
Die Schule auf dem Georgenhammer ist eine Außenstelle der staatlich anerkannten
Schule für Kranke der Leppermühle. Sie besteht aus fünf Klassen mit vier bis sechs
Schülern im Alter zwischen zehn und fünfzehn Jahren.

 

In den Klassen sind neben den Lehrern auch Sozialpädagogen tätig, die nach Bedarf gezielt Einzelförderung anbieten können. Ebenso ist ein Ergotherapeut in der Schule mit tätig.
Durch den hohen Personalschlüssel und die geringe Klassenstärke kann die pädagogische Betreuung im Unterricht sehr individuell gestaltet werden.
Ziel des Intensivunterrichts ist die Hinführung der Kinder und Jugendlichen an einen normalen Schulalltag, damit später die größere heimeigene Schule für Kranke am Hauptstandort der Einrichtung in Buseck besucht werden kann. Dort sind unterschiedliche Schulabschlüsse bis hin zum Realschulabschluss möglich.

Reittherapie und Tiergestützte Therapie
Vier Pferde stehen in einer großen Reithalle zur Verfügung. Hier wird heilpädagogisches Reiten in erster Linie als Einzeltherapie angeboten. Darüber hinaus besteht auch eine Voltigiergruppe insbesondere für Kinder. Außerdem gibt es auf dem Georgenhammer eine kleine Herde mit Schafen und Ziegen, sowie Hühner, Kaninchen, Meerschweinchen und zwei Katzen. Viele dieser Tiere bieten die Möglichkeit der freundlichen und liebevollen Kontaktaufnahme und fördern die Entwicklung zur positiven Beziehungsfähigkeit.

Ergotherapie
Im handwerklichen Bereich der Ergotherapie werden Töpfern, Flechtarbeiten (Weide und Pettichrohr), Holzarbeiten und Metallbearbeitung angeboten. Die kreativen Angebote sind Seidenmalerei, bildnerisches Gestalten, Modellbau, Papier- und Papparbeiten und Schmuckherstellung. Spiele und Spielebau, Bogenschießen und eine Rollenspielgruppe zählen ebenso zu den ergotherapeutischen Aktivitäten. Die Ergotherapiestunden finden in der Regel in Einzelstunden statt, jedoch kann es auch Ziel sein, das Arbeiten und Spielen innerhalb einer Gruppe zu erlernen.

Motopädagogik
In der zur Einrichtung gehörenden Turnhalle in Queckborn werden die Kinder und Jugendlichen einzeln oder in Kleingruppen sport- und bewegungstherapeutisch gefördert. Die individuellen Interessen und Bedürfnisse der jungen Nutzer stehen im Vordergrund dieses Tätigkeitsfeldes. Hier soll das Interesse an Bewegung geweckt werden mit dem Ziel eines positiven Selbstbildes und der Steigerung der allgemeinen körperlichen Fitness. Auch die gezielte therapeutische Bearbeitung von Bewegungsdefiziten gehört zum Aufgabenbereich. Ergänzt wird das Angebot durch zusätzliche Freizeitmaßnahmen wie Besuche von Sportveranstaltungen, Sportfreizeiten oder auch Kletterkursen.

Heilpädagogische Einzelförderung
Dieses Angebot besteht insbesondere für Kinder und Jugendliche mit autistischen Störungen. In der Einzelförderung wird auf deren spezielle Problematik individuell eingegangen. So werden z. B. Wahrnehmung, Kommunikation und Feinmotorik an Hand von Bildgeschichten, Rollenspielen und Bastelarbeiten trainiert.