Zu den psychiatrischen Regelwohngruppen gehören sowohl Innen- als auch Außenwohngruppen. Hauptunterschied zwischen diesen beiden ist der Standort. Die Innenwohngruppen befinden sich auf dem Kerngelände des Kinder- und Jugendwohnheims Leppermühle und bieten so eine größtmögliche räumliche Nähe zu den strukturierenden und therapeutischen Maßnahmen. Sie bieten einen stärker beschützenden Rahmen. Die Außenwohngruppen sind auf die umliegenden Ortschaften verteilt und überwiegend in Zwei-Familien-Häusern untergebracht. Die Anbindung an die Kerneinrichtung sichert unter anderem ein heiminterner Rundverkehr. In den Regelwohngruppen leben 8 bis 10 Jugendliche, die jeweils ein Einzelzimmer bewohnen. Des Weiteren stehen den Jugendlichen in der Regel ein Wohnzimmer, ein Freizeitraum, Küche und Esszimmer, ein Wäscheraum, mehrere Badezimmer und Toiletten sowie ein Garten zur Verfügung.
Sie werden im Wechsel von 5 bis 6 pädagogischen Mitarbeitern rund um die Uhr betreut. Alle Jugendlichen sind einem Kontakterzieher zugeordnet.

Zielgruppe
In den Regelwohngruppen wohnen vorwiegend Kinder und Jugendliche
mit folgenden Störungsbildern:

  • Psychosen
  • Autismusspektrumsstörungen

In Einzelfällen können auch Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene mit emotionalen Störungen des Kindes- und Jugendalters, Angst- und Zwangsstörungen, bipolaren und depressiven Störungen, Tic-Erkrankungen und Persönlichkeitsstörungen aufgenommen werden.
Die Altersspanne liegt zwischen 8 bis 25 Jahren. Die Gruppen sind in der Regel geschlechtsgemischt.
Die Außenwohngruppen sind zusätzlich unterteilt in Gruppen für Kinder und jüngere
Jugendliche und Gruppen für ältere Jugendliche und junge Erwachsene.

Konzept
Der Grundbaustein des Wohngruppenkonzepts ist die gezielte Förderung von Selbstständigkeit. Dazu gehört ein Schulabschluss oder eine Ausbildung genauso wie die Fähigkeit, einrichtungsexterne Angebote wahrzunehmen und sich in sozialen Strukturen (z. B. Schulklasse, Verein) weitestgehend selbstständig zurechtzufinden.
Hilfe leistet dabei der klar strukturierte und übersichtliche Rahmen der Wohngruppe. Die Jugendlichen werden schrittweise an die individuellen Ziele herangeführt;
eine Über- oder Unterforderung wird vermieden. Dies ist vor allem bei Menschen mit psychotischen Erkrankungen wichtig.

Dazu steht jedem Jugendlichen ein Kontaktbetreuer zur Seite. Der Kontaktbetreuer
arbeitet eng mit dem Jugendlichen zusammen und kümmert sich auch um die Kontakte zur Schule, zu den ergänzenden Therapiemaßnahmen sowie der Agentur für Arbeit und dem Jugendamt. In enger Abstimmung mit den Psychotherapeuten

arbeiten die Betreuer mit den Eltern zusammen, setzen Verhaltenspläne mit den Jugendlichen um und trainieren lebenspraktische Fähigkeiten (z.B. Einkaufen, Zugfahrten, Haushaltsführung). Darüber hinaus bleibt den Jugendlichen angemessene Freizeit zur individuellen Gestaltung.
An den Wochenenden finden gemeinsame Aktivitäten wie z. B. Schwimmen, Stadtbesuche und Kinobesuche statt.
Einmal monatlich und zu bestimmten Zeiten in den Ferien werden die Bewohner nach Hause beurlaubt.
Außerdem wird jedes Jahr eine mehrtägige Gruppenfreizeit durchgeführt.

Ziele
Hauptziel des Betreuungskonzeptes der Wohngruppe ist neben der körperlichen und psychischen Stabilität die Entwicklung von Handlungskompetenzen für ein vermehrt selbstsicheres, eigenverantwortliches und selbstständiges Leben.

Folgende Ziele werden dabei u. a. berücksichtigt:

  • Aufbau von vertrauensvollen Beziehungen zwischen Bewohnern und Betreuern
  • Förderung von Fähigkeiten und Motivation
  • Erwerb lebenspraktischer Fertigkeiten im Rahmen des Verselbständigungsprozesses
  • Entwicklung von Eigenverantwortung
  • Erlernen von adäquatem Sozialverhalten
  • Entwicklung von Zukunftsperspektiven (Erlangung eines Schulabschlusses, Teilnahme am Arbeitstraining, Berufsfindung, Berufsausbildung)
  • Förderung des Kontaktes zur Familie
  • Je nach Behandlungsziel Förderung zur Rückkehr in die Herkunftsfamilie oder weitere Verselbständigung (z.B. betreutes Einzelwohnen)
  • Unterstützung bei der Reintegration der jungen Erwachsenen in die Gesellschaft

Impressionen